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Unsere St. Petrikirche, wie wir sie heute kennen, hat
eine lange Geschichte und mindestens einen Vorgängerbau. Die 1493
geweihte St. Petrikapelle, an der Stelle unserer heutigen St.
Petrikirche, ist wohl unter der Anleitung des Erfurter Petersklosters
gebaut worden. Schon 1104 wird urkundlich erwähnt, das dieses Erfurter
Peterskloster im Dorf Besitzungen hatte.
Vom Erscheinungsbild des Vorgängerbaus unserer
jetzigen St. Petrikirche ist uns nur wenig bekannt. Sicher ist, dass
es eine im gotischen Stil errichtete Kirche war, denn dies ist noch
deutlich an den erhalten gebliebenen Bauteilen abzulesen. Davon zeugen
die Lanzettfenster im Turmuntergeschoss ebenso wie das noch vorhandene
Tabernakel (Behältnis für die geweihten Hostien), das in der Turmwand
eingelassen ist und der Spitzbogen im Übergang vom Turm zum alten
Kirchenschiff (heute zugemauert und vom Kanzelaltar verdeckt). Selbst
der Glockenstuhl entstammt noch der Gotik. Er trägt bis heute die
Glocken unserer Kirche.
Aus der Entstehungszeit des Vorgängerbaus stammt auch
unser Flügelaltar der sich jetzt im ehemaligen Pfarrhaus befindet. Von
ihm sind leider nur noch die acht Figuren erhalten geblieben. Der
Altar selbst ist verloren gegangen.
1769 wurde an der Stelle der baufälligen St.
Petrikirche ein großer Kirchbau begonnen, wobei der Unterbau des
Kirchturmes bis zum Glockenstuhl von der alten Kirche übernommen
wurde.
"Den 7. Juli 1769, also Freitags nach dem 6. Sonntage
nach Trinitatis wurde auf dem Platze, auf weichem die alte noch aus
dem Papsttum herrührende St. Petrikirche gestanden, unter vielen
Feierlichkeiten und im Beisein einer Magistrats- und
Ministerial-Kommission und vieler anderer vornehmer fremder Personen,
der Grundstein zur gegenwärtigen St. Petrikirche gelegt. Der ganze Bau
dieser Kirche ward im Jahre 1774 beendigt (aus Kirchenchronik von
Büßleben)."
Am 8. November 1773 ist die im Stile des Barock
erbaute Kirche geweiht worden.
1820 ist das Altargemälde fertig gestellt worden.
Zunächst hatte es der Hofrat Jagemann aus Weimar begonnen. Über der
Arbeit verstarb er, so dass der Zeichenmeister Schmeller, ebenfalls
aus Weimar, die Arbeiten beendete. Das Bild stellt die Einsetzung des
Abendmahles durch Jesus dar. Auf diesem Bild ist Jesus mit dem 1723
gefertigten Abendmahlskelch dargestellt, den wir heute noch in
Gebrauch haben. |